Kategorie-Archiv: Bedeutung und Funktion der Hecken

„Ohne Buer ward dat nix? “

Ein Bild aus der EJZ Seite 7 vom 06.April 2019

Tatsächlich hat ein Landwirt hier ganze Arbeit geleistet. Das wird nichts mehr mit der Frühjahrsblüte …
auch nächstes Jahr nicht.

Trotzdem: Es lebe die Biene! Aber wovon eigentlich?“ Das fragt sich EJZ-Leserin Uschi Herzog aus
Zadrau beim Anblick dieser extrem gestutzten Hecke zwischen Prabstorf und Dannenberg.

Aufn.: U. Herzog

Hecke in Gusborn gemulcht

Am 29.03.2018 hat ein Landwirt aus Gusborn eine Hecke, in der sich auch Haselnuss und andere Feldgehölze befanden mit schwerem Gerät völlig platt gemacht.
Nicht nur, dass dies en Verstoß gegen das Naturschutzgesetz ist, denn ab dem 1. März dürfen keine Hecken mehr geschnitten werden, auch die Art wie das gemacht wurde ist inakzeptabel.

Wir berichten weiter über diesen Vorfall.

Wohltat oder Untat?

Ein Landwirt hat in einem Billerbecker Schutzgebiet eine Hecke abrasiert – Einige bewerten das als Unrecht, andere als gute Tat

VON BEJAMIN PIEL

STREITFALL WEGESEITEN RÄNDER UND CO.

Was und wie viel dürfen Landwirte umpflügen, schlegeln und mulchen? Die Antworten auf diese Frage gehen weit auseinander. In Billerbeck hat ein Bauer vor Kurzem eine Hecke abrasiert. Das erhitzt einige Gemüter und beschäftigt Gemeinderat und Naturschutzbehörde.

Billerbeck. Dass zwischen Landwirtschaft und Teilen der Bevölkerung ein Riss verläuft, ist bekannt. Doch selten zeigt er sich so eindrücklich wie am Montagabend im Dörfergemeinschaftshaus in Schnega.

Der Tagesordnungspunkt „,Pflegerische Maßnahmen‘ eines Landwirts in der Gemarkung Billerbeck“ hatte es während der Sitzung des Gemeinderates in sich.

Der Stein des Anstoßes: Ein Landwirt hat in einem Landschaftsschutzgebiet eine Hecke offenbar zum wiederholten Mal dem Erdboden gleichgemacht. Weil die Hecke auf Gemeindegrund wächst, hat sich neben der Unteren Naturschutzbehörde, die sich nach mehreren Anzeigen einschaltete, auch die Gemeinde mit der Angelegenheit befasst. Insbesondere, weil die Gemeinde 2016 einen Beschluss gefasst hatte, dass Rückschnitte auf Gemeindegrund ohne vorherige Absprache unzulässig sind.

In diesem Billerbecker Landschaftsschutzgebiet hat einmal eine laut Zeugen zwei bis vier Meter hohe und 20 bis 30 Meter lange Schlehenhecke gestanden. Ein Landwirt hat sie dem Erdboden gleichgemacht und damit die Untere Naturschutzbehörde und die Gemeinde Schnega auf den Plan gerufen. Aufn.: H. Klepper

Einen Antrag trug Gerhard Teltemann (UWG) vor. Er warf dem unter den rund 40 Zuschauern anwesenden Landwirt vor, die ehemals drei Meter hohe, zwei Meter breite und bis zu 30 Meter lange Schlehenhecke nicht nur unsachgemäß zurückgeschnitten, sondern zerstört zu haben.

Es handle sich um einen „rechtswidrigen Eingriff ins Eigentum der Gemeinde“, der dem Ratsbeschluss zuwiderlaufe. Das vorsätzliche und wiederholte Vorgehen müsse eine Sanktion nach sich ziehen, ansonsten sei das „eine Ermutigung zu Rechtsverstößen“.

Ein Beschluss ergebe keinen Sinn, wenn es keine Konsequenzen für denjenigen gebe, der den Inhalt breche. Außerdem habe die Gemeinde „schon einmal beide Augen zugedrückt“.

Es gehe um eine Klärung. Dass auch Ideologie im Spiel ist, zeigte die Einlassung des Landwirts, der sich als „bekennender Verursacher“ bezeichnete und eine mehrseitige Erklärung verlas.

Er bekannte sich zwar zu der Tat, wertete diese jedoch nicht als Un-, sondern als Wohltat. Er sei einer „Bürgerpflicht“ nachgekommen, habe „der Gemeinde Gutes tun wollen“ und übernehme „Verantwortung für die Region“. In der Landwirtschaft finde ein technologischer Fortschritt statt, der es notwendig mache, Wirtschaftswege freizuhalten. Für den radikalen Heckenrückschnitt entschuldigte er sich, er bekomme aber „täglich Bestätigungen aus der Bevölkerung“ und empfindet die Anzeigen deshalb als „hinterrücks“.

Auch unter den Ratsmitgliedern gingen die Ansichten weit auseinander. Nicht nur hinsichtlich der Konsequenzen vonseiten der Gemeinde, sondern auch hinsichtlich der Tat – oder eben Nicht-Tat.

Klaus Busse (CDU) interpretierte das Vorgehen des Landwirts als „Gemeindearbeit auf eigene Kosten“. Wer diese leiste, auf den gehöre nicht eingeprügelt. Zudem erhöhe etwa die „Behandlung von Wegerändern“ die Verkehrssicherheit.

Ähnlich argumentierte Ida Brünger (CDU), die Frau des Landwirts: „Sollte man nicht froh sein, wenn jemand in beiderseitigem Interesse Flächen pflegt?“

Wolfgang Kallen (SOLI) meinte dagegen, ein Privatmann würde Anzeige erstatten, wenn ein Nachbar derart verfahren würde. Er hob die Bedeutung der Wegeränder und Hecken für Tiere hervor. Es bestehe ein erheblicher Unterschied zwischen einem Rückschnitt in der Breite und einem „Plattmachen bis auf den Grund“.

Landwirte müssten sich an Vereinbarungen halten, und es müsse ein Ausgleich für den entstandenen Schaden her. Jörn Lesemann (CDU) sprach von einem „Bärendienst für die Landwirtschaft“.

Auch unter den Zuschauern gingen die Meinungen auseinander. Rückschnitt sei erforderlich, bedeute jedoch etwas anderes als Kahlschlag, meinten die einen. Der Bauer habe genau gewusst, dass sein Vorgehen nicht rechtens sei. Andere Landwirte zeigten sich verunsichert, forderten eine Klärung, was ihnen denn nun erlaubt sei und was nicht. Uneinigkeit herrschte im Rat bezüglich möglicher Sanktionen.

Teltemann schlug vor, der Landwirt möge eine Hecke pflanzen. Busse hielt entgegen, die Hecke wachse mit der Zeit wieder hoch. Bürgermeisterin Annegret Gerstenkorn (CDU) betonte, eine Sanktion sei Sache der Naturschutzbehörde, Wilhelm von Gottberg (Einzelbewerber/AfD) betonte, niemand könne für eine Sache zweimal bestraft werden. Das weitere Vorgehen will der Rat während einer vertraulichen Sitzung klären.

 

Hecken, Wallhecken, Baumreihen zerstört….

Hecken, Wallhecken, Baumreihen zerstört….

Haben Landschaftsschänder freie Hand? – Naturschutz eine Farce?

Von Heckenschutz | Juni 30, 2011

Zeitung vom 5.6.2011
Wie so oft in den letzten Jahren werden Umweltschützer -auch im Landkreis Lüchow-Dannenberg- hingehalten. Der Naturschutz hat keine Lobby. Wozu sind die Naturschutzbeauftragten und die Untere Naturschutzbehörde des
Landkreises in Lüchow eigentlich da? Der Ort der Landschaftsschändung liegt im Naturpark “Elbufer-Drawehn” an der Elbe
in der Samtgemeinde Elbtalaue.

Nur wenn Bürger wachsam sind und zusammen mit dem Arbeitskreis Heckenschutz und der Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (www.anu-wendland.de) sich konkret wehren, können die restlichen Hecken, Wallhecken, Baumreihen und Biotopverbundlinien gerettet werden! Die Übergriffe -motiviert durch das Profitstreben der Massentierhaltung und Industrielandwirtschaft- auf “unsere” Lebensumwelt nehmen zu!

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Landschaftszerstörung in Lüchow-Rehbeck (Wendland) ohne Ende?

10. November 2011
Seit Jahren zerstört ein Großagrarier in Lüchow-Rehbeck systematisch die Baum- und Heckenlinien. Anwohner und Arbeitskreis Heckenschutz haben seit Jahren bei der Unteren Naturschutzbehörde (Kreisverwaltung Lüchow-Dannenberg), bei der Landwirtschaftskammer, bei der Polizei usw. die Beobachtungen vorgetragen und Anzeigen gemacht. Belegfotos wurden vorgelegt. Die Verwaltung verfügt über Luftbildkarten und weitere Unterlagen/Informationssysteme (u.a.: “Feldblockfinder” Niedersachsen),
die das Ausmaß der Zerstörungen genau belegen! Dennoch sah man jahrelang keine Gegenwehr, keine Konsequenzen!

Nun hat ein Mitarbeiter des “Arbeitskreises Heckenschutz” den landwirtschaftlichen Betrieb (am 9. August 2011) “auf frischer Tat ertappt” und die Landschaftsverschandelung live mitfilmen können! Eine ganze Baum-Heckenlinie wird gerodet. Die Baumstümpfe werden mit der Hilfe eines Baggers in einem Erdloch versenkt. Ein Traktor zieht mit einer Egge den Boden glatt und nun ist die Grundlage für mehr EU-Fördergelder gesichert? Ist so Subventionsbetrug möglich? Kennen die EU-Behörden die Folgen ihrer naturfeindlichen Agrarförderung? Was tun die örtlichen Naturschutzbehörden, die Landwirtschaftskammer, die Polizei, die EU in diesem Fall?? Was folgern die Kommunalpolitiker in Lüchow-Dannenberg, die Naturschutzbeauftragten daraus?
Hier geht es zum Film:

http://www.youtube.com/watch?v=gD-4JC074Kg&feature=player_detailpage

Film: Rolf Liebeneiner

Wir werden die Angelegenheit verfolgen und weiter berichten!

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Sandsturm als Folge fehlender Hecken

 

 

 

Winderosion im Emsland nach starkem Wind

Winderosion im Emsland nach starkem Wind

pm BOCKHORST. Die Zerstörung der letzten Windschutzstreifen auf den Äckern ist aus Sicht des Arbeitskreises Heckenschutz aus Bockhorst der Hauptgrund für den Sandsturm, der am Donnerstag über weite Teile des Emslands gezogen ist. Beim Abgang der Ackerkrume zeige sich der „Irrweg der Agrarindustrie besonders krass”, so Jürgen Kruse vom Arbeitskreis in einer Pressemitteilung. Zu viele Massentierställe mit dem Entsorgungsnotstand für Tierexkremente (Gülle, Kot) und die Maismonokulturen auf riesigen landwirtschaftlichen Flächen sowie die gleichzeitige Zerstörung der letzten Wallhecken und Hecken führten bei solchen Wetterlagen mit Sturm zu einem starken Abtransport der Ackerkrume. Da die Flächen gerade reichlich mit Gülle, Gärresten und Geflügelexkrementen versorgt worden seien, könnten sich mit der großflächig abgehenden Humusschicht auch Keime, Antibiotikareste und Tierbestandteile über das Land verteilt haben! Die großflächige gesundheitliche Beeinträchtigung der Bevölkerung werde einfach hingenommen. http://biotopfonds.de/pressespiegel/sandsturm-als-folge-fehlender-hecken/

“Sandsturm” auf der A 31 im Emsland qm 18.4.2013 als Folge fehlender Hecken und Wallhecken (Biotopverbundlinien) – Foto: J. Kruse

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subventionsbetrug?

BUND: schwere Vorwürfe gegen Landwirte / Landvolk wiegelt ab – Von Stephan Voigt

Foto zum Artikel: Subventionsbetrug?

Der Zustand und das Vorhandensein, beziehungsweise das Nicht-Vorhandensein, von Wegeseitenrändern war mehrfach Thema. BUND-Kreisvorsitzender Manfred Radtke übt jetzt erneut Kritik an Landwirten

29.01.2012 – …..
Landkreis Rotenburg. 
Verstoß gegen EU-Recht und subventionsbetrug:
Die Anschuldigungen, die der Rotenburger BUND-Vorsitzende Manfred Radtke erhebt, wiegen schwer. Der Landvolk-Geschäftsführer Carsten Hipp hingegen wiegelt ab.


Radtke geht es um die Grenzen von Feldblöcken einer Gemeinde im Landkreis, die deutlich über die katasteramtlichen Grenzen hinausgehen. Um welchen Ort es sich handelt, möchte der BUND-Vorsitzende nicht öffentlich gemacht wissen: “Das Problem ist ja ein generelles.“

Hintergrund ist, dass seit einigen Jahren bei der Ermittlung der Flächen, für die Landwirte EU-Direktzahlungen erhalten, diese Areale nur noch anhand von Luftaufnahmen ausgewertet werden. Darauf zu sehen sind die Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden, nicht aber die katasteramtlichen Grenzen. Radktes Vorwurf besteht darin, dass Landwirte zuviel Fläche landwirtschaftlich nutzen, dadurch öffentliches Land bewirtschaften und dafür auch noch mehr Direktzahlungen erhalten.

Radtke hatte Anfang Januar an die Landwirtschaftskammer in Bremervörde geschrieben und von dort – so steht es in seinem Brief, der der Rundschau vorliegt – die Antwort erhalten, dass nur noch die anhand von Luftbildern digitalisierten Feldblockgrenzen, nicht aber die katasteramtlichen Grenzen, eine Rolle spielen. Das ließ Radtke nicht ruhen und so wandte er sich an die Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung in Brüssel. Radtke: “Danach ist die rechtliche Lage eindeutig: Ein Weg ist keine landwirtschaftliche Fläche. Und nur landwirtschaftliche Areale sind förderfähig. Wenn ein Landwirt seine eigene um Gemeindeflächen erweitert und dann dafür sogar noch Direktzahlungen anmeldet, handelt er illegal und verstößt gegen EU-Recht.“ Das, so der BUND-Vorsitzende, sei kein Kavaliersdelikt sondern subventionsbetrug.

Er werde die notwendigen Schritte einleiten, um diesen systembedingten Fehler abzustellen. Was die notwendigen Schritte sind, erläuterte Radtke gegenüber der Rundschau: “Ich habe unseren Landesverband informiert. Der führt nun Gespräche mit der Landwirtschaftkammer und dem zuständigen Ministerium in Hannover.“

Und was sagt das Landvolk dazu? Der Geschäftsführer in Rotenburg, Carsten Hipp, versteht nicht, weshalb Radtke das Thema der Wegeseitenränder erneut auf die Tagesordnung bringt: “Es ist doch ganz klar: Wenn ein Landwirt über die Grenzen hinweg geht, ist das nicht in Ordnung.“ Die Landwirte werden daher immer wieder auf mögliche Konsequenzen hingewiesen. Es sei aber an den Eigentümern – also in der Regel den Gemeinden – darauf hinzuweisen, wenn zuviel Fläche landwirtschaftlich genutzt wird.

In der Regel geschehe das allerdings unwissentlich, so Hipp. Denn: “Es gibt kaum noch Grenzsteine. Bei den Feldblöcken sind die Grenzen nicht ersichtlich.“

Wo also liegen die Vorteile der Berechnung von Direktzahlungen anhand von Feldblöcken statt durch die katasteramtlichen Grenzen? Hipp muss lange überlegen: “Das ist eine gute Frage. Das macht die Antragsstellung einfacher, denn einige Landwirte haben sehr zersplitterte Ackerflächen.“ Er wisse zum Beispiel von einem Landwirt, der früher 13 Seiten für seinen Antrag auf Direktzahlungen brauchte, heute hingegen nur noch zwei. – http://www.rotenburger-rundschau.de/redaktion/redaktion/full/data_anzeigen.php?dataid=91161&page=1&searchValue=subventionsbetrug———————————————————————————-

Lied von Gerhard Kreuzer und Maren Drangmeister: “Wie haben sie dich Baum zerschnitten!: http://www.youtube.com/watch?v=s2du0GZuDKk&feature=em-upload_owner

Konzept für ein neue Heckenbänder überall – Schaffung von Biotopvernetzungen

neue Heckenbänder überall!

Konzept für neue Heckenbänder überall – Schaffung von Biotopvernetzungen

von Heckenschutz | Dezember 20, 2010

Arbeitskreis Heckenschutz
Jürgen Kruse
Niehuskamp 3

48739 Legden
info@heckenschutz.de – www.hecke.wg.vu (www.heckenschutz.de)

2.12.2015

Konzept für neue Heckenbänder überall – Schaffung von Biotopvernetzungen

Antrag auf Fördermittel für Neuanpflanzung von landschaftsgestaltenden Hecken besonders auch an Fahrradstrecken als Elemente zur Schaffung von Biotopverbundsystemen (Naturschutzgesetz-Auflage), als Teile der zu fördernden Landschaftsstruktur, als essentielle Bestandteile eines Konzepts zur Entwicklung eines „sanften Tourismus“ und abschnittweise ggf. auch als Basis zur Verwertung von Wildobst u.a. in ……

Ausgehend von der Tatsache, dass in vielen landwirtschaftlich genutzten Gebieten kaum noch ökologisch bedeutsame mehrreihige, ausreichend breite (mindestens 4 m), altersgestufte, aus möglichst verschiedenen, standortgerechten Sträuchern bestehende Hecken mit buchtiger Flanke und Saumzone vorzufinden sind, wird folgender Vorschlag gemacht:

Vor allem an Nebenstrecken, die für Wanderer und Fahrradtouristen reizvoll sind, kann abschnittweise in den z.T. ausgeräumten Bereichen ein neues Heckenband entstehen, das die notwendige Biotopvernetzung (Naturschutz) voranbringt. Dabei können bereits vernichtete oder stark beeinträchtigte Hecken wieder belebt und Baumreihen durch Hecken ergänzt werden und Verbindungslinien zu Gehölzen und Hecken in Insellage geschaffen werden.

Hierzu können Streckenverläufe (z.B.in Abstimmung mit …) erarbeitet werden, die
mit Unterstützung der Kreisverwaltungen und Kommunen noch zu präzisieren sind.
Da es sich bei den Strassen und Wegen überwiegend um Gemeindeeigentum (bzw. sonstiges öffentliches Eigentum) mit ausreichend breiten Seitenstreifen handeln dürfte, können die kommunalen Instanzen leicht für eine planerische und rechtliche Absicherung der zu pflanzenden Hecken sorgen. Die für die Erhaltung der Artenvielfalt, als Bienenweide und Vogelnährgehölze wichtigen Gehölze, wie Schlehe, Weißdorn, Holunder, Hundsrose, Haselnuss, Eberesche, Kirschpflaume, Kreuzdorn, Pfaffenhütchen, Sanddorn sollen bevorzugt werden. Das Heckenband soll durch eine breite Bürgeraktion (Kreis, Samtgemeinden, Arbeitskreis, Umweltverbände, Imker, Jäger, Schulen…) entstehen und u.a. durch Patenschaften für die einzelnen Abschnitte sowie durch ein naturnahes Pflegekonzept (siehe: Naturnahe Heckenpflege – http://www.bluehende-landschaft.de/fix/doc/Hecken-Pflegerichtlinien..pdf) im Bestand geschützt werden.
Dieses Heckenband soll:

  • -das Landschaftsbild erhalten bzw. aufwerten, Landschaftsstrukturverbesserungen erreichen,
  • -die Entwicklung des Tourismus (z.B.: „Hecken-Erlebnis-Touren“, “Heckenerlebnispfad”) fördern,
  • -abschnittweise auch als ökonomisch nutzbare Wildobsthecke dienen,
  • -mit Strecken für alte Obstsorten verknüpft werden,
  • -das Artensterben verhindern,
  • -für Schulen, touristische Angebote, Umweltverbände etc. als Lehrstück für ökologische Zusammenhänge und als
    Betätigungsfeld dienen.

Attraktive Strecken für Radler benötigen dringend Wind- und Sonnenschutz (möglichst auf der Süd- und Südwestseite). Überall ist mittlerweile bekannt, dass mehrreihige Hecken vielfältige Aufgaben erfüllen. Sie beleben das Landschaftsbild und erhöhen den Erholungswert, sind Bindeglieder für die Vernetzung von Lebensräumen und unverzichtbarer Lebensraum z.B. für Fasan, Hase, Rebhuhn, Igel, Erdkröte und viele Nutzinsekten. Hecken können auf der Windschattenseite sogar eine Erstragsteigerung bewirken. Sie schützen Weidetiere vor Hitze, Regen und Wind, verbessern den Wasserhaushalt und vermindern die Bodenerosion. Hecken tragen zur Luftreinhaltung bei, indem sie Staub- und Rußteilchen ausfiltern und chemische Stoffe binden. Sie erfüllen als „Straßenbegleitgrün“ viele technische Aufgaben wie Blendschutz, Sichtschutz, Lärmschutz, Staubschutz und Abmilderung von Unfallfolgen.

Erste Abschnitte können durch die Kommunen in Zusammenarbeit mit Umweltverbänden, Schulen, Jugendgruppen, Kindergärten, Menschen im freiwilligen ökologischen Jahr, Vereinen usw. entstehen. Abschnittweise könnten Hochzeitspaare, Schützenkönige, Firmen … Gehölze stiften. Ganze Abschnitte können als Naturlehrpfade entwickelt werden.

Hecken sind wichtig
Dazu ist es notwendig, dass Gelder für Ausgleichsmaßnahmen gebündelt werden und zusammen mit Fördergeldern immer wieder in dieses Projekt fließen. Gehölzschnitt aus notwendigen Pflegemaßnahmen wird für die Neuanpflanzungen benötigt (ersetzt Schutzzaun; vgl.: Benjeshecke) und Einnahmen aus dem Verkauf von Holz und Hackschnitzeln sollten in die Neuanpflanzungen fließen. Ganze Abschnitte können im Sinne der „modifizierten Benjeshecke“ preisgünstig angelegt werden (siehe auch: Literaturliste – www.heimat-fuer-tiere.de/deutsch/projekte/benjeshecken.shtml und: http://naju-wiki.de/index.php/Bau_einer_Benjeshecke).

Die gesamte Bevölkerung wird über die ökologische Bedeutung des Lebensraums Hecke und naturnahe Pflege –auch im Hinblick auf den Ausbau der Tourismuswirtschaft („erlebniswerte Landschaft“)- informiert, ggf. durch “kommunale Umweltschutz-Wettbewerbspreise“.

Patenschaften für Hecken (etwa von Schulklassen, Jugendgruppen, Senioren, Vereinen), die der Durchführung von Pflanzaktionen, der Erhaltung, dem Schutz und der naturkundlichen Beobachtung dienen, werden überall angeregt. Sich vernetzende Hecken an Straßen und Wegen werden im Rahmen von „Hochzeits- oder Jubiläums – Hecken“ (z.B.: „Hecke der Schützenkönige von…“) angeregt und gefördert. “Heckenerlebnispfade” und ein „Hecken-Umwelt-Zentrum“ könnten geschaffen werden zur Bündelung entsprechender touristischer Angebote und umweltpädagogischer Bemühungen (Beispiel: „Wallhecken-Umwelt-Zentrum“ in Leer; siehe: www.wallhecken.de – www.wallhecken.de/index.php?id=94; Heckenerlebnispfad Bräunlingen, http://www.braeunlingen.de/fileadmin/BENUTZERDATEN/Einrichtungen/Pauschalangebote/PDF-Dateine/0heckenfuhrer_2010.pdf; Heckenerlebnispfad Schermbeck: http://nabu-wesel.de/showstatattachment.php?unid=233&PHPSESSID=it5lpfou5kff5eugk576d39m3bk2crva ), ggf. angereichert mit einem Informationspaket zu Insekten und Bienen.
Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Hecke

Hecke und Feldraine bei Groß-Sachau (Wendland) – Mai 2006

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Zur Planung und Anlage neuer Heckenbänder siehe die informative Seite der Initiative “Blühende Landschaft“:

-Anlage von Hecken: http://www.bluehende-landschaft.de/fix/doc/NBL-18-Geh%F6lzanlage-1009-ok.pdfGehölze für “Blütenbesucher” (“Bienenweide“, Wildbienen, Insekten): http://www.bluehende-landschaft.de/fix/doc/NBL-17-Geh%F6lzliste-1010.pdfPflanzanleitung: http://www.bluehende-landschaft.de/fix/doc/NBL-19-Geh%F6lze-Pflanzanleitung-1009-ok.2.pdf

Zur Anlage von Hecken siehe auch (aus: B.-W.): http://www.fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/50050/ppfgm2.pdf?command=downloadContent&filename=ppfgm2.pdf&FIS=200

Jürgen Kruse

www.hecke.wg.vu  -  (www.heckenschutz.de)  und: www.heckeninderlandschaft.npage.de
info@heckenschutz.de – Dezember 2010/März 2013 – Artikel in den Imkerzeitschriften:  http://heckenschutz.de/wp-content/uploads/2013/05/Artikel-Hecken-Imkerzeitschr.-05-2007.pdf

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Knickhecken-Wettbewerb in den Niederlanden an der Maas (bei Oeffelt): siehe http://www.maasheggen.nl/  und: http://www.maasheggen.nl/fotoboek/8/

Wettbewerb 2011

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Zur Wiedergewinnung der kommunalen Feldraine, siehe u.a. beim BUND Uelzen: http://uelzen.bund.net/wofuer_setzen_wir_uns_ein/kulturlandschaft/pflege_von_wegeseitenraeumen/

Zur Wegrandgestaltung (Erhalt der Gräser und Kräuter durch naturnahe Pflege als Artenschutzprogramm) siehe auch beim BUND Lauenburg: http://www.bund-herzogtum-lauenburg.de/projekte/wegraender/

Säume und Raine – Lebensadern der Natur http://www.biolog-ev.de/projekte/aktuelle-projekte.html -

Informationen und Vorträge für landwirtschaftliche Betriebe (bio und konventionell) zur Bedeutung und ökologischen Aufwertung ihrer Saumstrukturen, Vor-Ort-Beratungen und Erstellung von Maßnahmenplänen, kostenlose Bereitstellung von regionalem Saatgut zur Neuanlage von Säumen, Umsetzungsunterstützung, öffentlichkeitswirksame Begleitung der Maßnahmen, Vorträge und Bildungsveranstaltungen

Raine, Wegeseitenränder oder Saumstrukturen durchzogen früher wie ein blühendes Band die Kulturlandschaft. Vielfältige Säume haben eine wichtige Biotop vernetzende Funktion, bieten Lebensraum, Nahrung und Schutz für viele Tierarten. Heute sind viele Raine nur noch schmale, nährstoffreiche Grasstandorte, die wenig Lebens- und Nahrungsraum für Hase, Rebhuhn oder zahlreiche Blütenbesucher bieten.

Mit dem Thema „Säume und Raine“ wird ein schmaler, aber wichtiger Lebensraumtyp in den Mittelpunkt gerückt, der nicht die Aufmerksamkeit der Landwirte bekommt, die er nach seinem Naturschutzpotenzial verdient. Gemeinsam mit interessierten Bauern wird im Projekt dem Trend zu leblosem Abstandsgrün entgegengewirkt, um die Raine der niedersächsischen Agrarlandschaft wieder blühen zu lassen.

Zusammen mit Schulklassen, anderen Gruppen und Akteuren vor Ort (z.B. Imker, Jäger, Naturschutzvertreter) tragen Mitmachaktionen und Pressearbeit das Anliegen in die breitere Öffentlichkeit. Im Sinne eines Pilotprojekts ist es das Ziel, die Potenziale von Säumen in der Landschaft wieder in das Bewusstsein der Landwirte zu rücken und praktische Möglichkeiten zu Förderung und Verbesserung dieses Lebensraums aufzuzeigen. In diesem Rahmen werden Infomaterialien erstellt und themenspezifische Veranstaltungen für die Zielgruppe Landwirt durchgeführt. Individuelle Vor-Ort-Beratungen und Maßnahmenpläne, sowie die kostenlose Bereitstellung von Regio-Saatgut leisten aktiven Landwirten konkrete Hilfestellung bei der Aufwertung der betriebseigenen Saumstrukturen. Die Einbindung von weiteren Interessengruppen wie Jägern, Imkern aber auch Schulen, Verbänden und Kindergärten in die konkrete Maßnahmenumsetzung streut das Thema Blütenvielfalt in die breite Öffentlichkeit. – Projekt bei bioland, 2011-13.

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Wissenschaftliche Begleitung für Projekte zur Wiedergewinnung der Krautsäume und Feldraine, die als Lebensadern und Biotopverbundlinien zunehmend in den Blick geraten, gibt es u.a. an der Hochschule Osnabrück: http://www.al.hs-osnabrueck.de/prosaum.html  Siehe auch: www.offenlandinfo.de

Krautsäume sind für eine ökologisch bedeutsame Hecke in der Agrarlandschaft und an Straßen und Wegen ebenfalls unverzichtbar. Daher muss auch dringend die Pflegepraxis der Bauhöfe, der Wasser- und Bodenverbände, der Landesstraßenverwaltungen überdacht werden. Vielfach werden die Krautsäume zu früh, zu oft und bis in den Kernbereich der Hecken weggemäht!

Knicks bei Krüzen in Schleswig-Holstein (2008)

 

 

 

Literatur und Hinweise

Literatur und Hinweise

Literatur: Heckenschutz und Biotopverbundsysteme

von Heckenschutz | Dezember 20, 2010

Literatur: Heckenschutz und Biotopverbundsysteme

>Herwig Brandt, Mehr Bäume!, Natur & Umwelt Verlag, Bonn 1998, ISBN 3-924749-16-7, jetzt: BUNDladen, Berlin (www.bund.net).

>Für ca. 5,– € kann man den Katalog der Gärtnerei Strickler, Lochgasse 1, 55232 Alzey-Heimersheim erhalten (www.gaertnerei-strickler.de). In diesem Katalog wird umfassend über alle möglichen Arten von Hecken informiert. Er liefert sogar Rezepte für Wildfrüchte und weitere viele interessante Details und ist besser als so manches „Fachbuch“.

>Hermann Benjes, Die Vernetzung von Lebensräumen mit Benjeshecken („Das erfolgreichste Flurbelebungskonzept der Naturgeschichte!“, Spiegel spezial 2/95), Natur & Umwelt Verlags GmbH Bonn, 5. überarbeitete Auflage 1998, (Nr.: 39.036, BUNDladen, Berlin, www.bundladen.de, 9,98 € – http://naju-wiki.de/index.php/Bau_einer_Benjeshecke

>J. Kruse, Zu viel Grün im Wendland?, BUNDmagazin (Landesteil Niedersachsen: S. 2), H. 2/2003; http://www.bund-niedersachsen.de/index.php?id=10110
auch: Zu viel Grün?, Hecken schützen, in: BUNDschau, H. 3/2003, S. 20-21;
>Jürgen Kruse, Blühende Landschaft-vitale Bienen-erfolgreiche Imkerei, Hecken als Lebensraum, in: Allgemeine Deutsche Imkerzeitung, die biene u. in imkerfreund, Heft 5-2007, S. 20 – 22.
http://lbu.castor.de/wordpress/wp-admin/upload.php?style=inline&tab=browse&action=view&ID=207&post_id=199#

Gibt es solche Hecken mit Bienenweide und Vogelnährgehölzen bald nur noch in wenigen besonders geschützten Gebieten? Hier eine Hecke bei Penkefitz-Dannenberg (Wendland) – 2007:

>Grundlegender Artikel zum Thema “Hecken” bei wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Hecke

>Norbert Knauer, Ökologie und Landwirtschaft, Verlag E. Ulmer, Stuttgart 1993, u.a.: Hecken der Agrarlandschaft, S. 96-114.

>Kurz/Machatschek/Iglhauser, Hecken, Geschichte und Ökologie, Anlage, Erhaltung&Nutzung, L. Stocker Verlag, Graz/Stuttgart
2001.

>G. Höft, B. Milde, Dr. D. Rödel, Biotopverbundplanung, Westfälisches Amt für Landespflege, Landschaftsverband Westfalen-Lippe-Koordinationsstelle Umweltschutz, Münster 1989 (dort: wertvolle Literaturhinweise!).

>Vom grünen Band zum grünen Netz, Stiftung Naturlandschaft, Hannover 2003, (Goebenstr. 3a, 30161 Hannover, T.: 511-965690).

>Landschaftselemente in der Agrarstruktur, Entstehung, Neuanlage und Erhalt, Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V., Ansbach 2007 (u.a. zur Heckenpflege: S. 62-74).

Auc