Kategorie-Archiv: Beiträge 2018

Hecke in Gusborn gemulcht

Am 29.03.2018 hat ein Landwirt aus Gusborn eine Hecke, in der sich auch Haselnuss und andere Feldgehölze befanden mit schwerem Gerät völlig platt gemacht.
Nicht nur, dass dies en Verstoß gegen das Naturschutzgesetz ist, denn ab dem 1. März dürfen keine Hecken mehr geschnitten werden, auch die Art wie das gemacht wurde ist inakzeptabel.

Wir berichten weiter über diesen Vorfall.

Mit Kettensäge im Naturschutzgebiet

Von KarlFriedrich Kassel

ElbeJeetzelZeitung vom 04.04.2018

Unterschiedliche Einschätzungen zu fünf gefällten alten Pappeln bei Bergen

Erst standen sie, dann lagen sie: Die fünf Pappeln bei Bergen wurden nicht von einem Sturm zu Fall gebracht, sondern von einem Menschen mit Kettensäge. Ob das zu Recht oder zu Unrecht geschah, wird ganz unterschiedlich beurteilt. Aufn.: H. Mellies

Bergen. Die Landschaft bei Bergen ist selbst innerhalb einer an Natur reichen Gegend etwas Besonderes.
Die Niederung der oberen Dumme mit ihren nassen Wiesen, den Busch und Baumgruppen gilt unter denen,
die sich dem Schutz der Natur verschrieben haben, nicht nur ästhetisch, sondern wegen seiner Artenvielfalt und dem Vorkommen seltener Tier und Pflanzenarten als wertvoll. Ob das auch für fünf etwa 60jährige Pappeln gilt, darüber gehen die Meinungen allerdings auseinander.
Fest steht: Seit Monatsanfang gibt es diese Bäume nicht mehr. Sie wurden gefällt.
Ob zu Recht oder Unrecht, ob es ein schwerwiegender Verlust oder ein eher vernachlässigbarer ist,
das sehen mehrere Parteien in und um Bergen zurzeit ganz unterschiedlich.Tatsache ist,
dass die Bäume am 3. März gefällt wurden. Danach lagen sie eine Weile herum, bis sie
weiter aufgearbeitet wurden. Die Maschinen, die dazu nötig waren, hinterließen wegen der
aufgeweichten Böden tiefe Spuren auf dem Weg, der an dem Gelände vorbeiführt, und auf
der angrenzenden Wiese. Außerdem wurde eine Hecke gestutzt. Beseitigt, sagt die eine Partei,
zurückgeschnitten, eine andere.Ein Bergener Anwohner, Harry Mellies, machte seiner Empörung
über die Vorgänge in Beschwerden an die Untere Naturschutzbehörde und mehrere Naturschutzverbände Luft.
Emotional aufgewühlt sei er nicht wegen der am Boden liegenden Bäume, erklärt Mellies der EJZ.
Aber für das Gebiet gelten Verordnungen über den Natur und den Vogelschutz. Und die seien eindeutig.
Die Baumfäll und Heckenbeschneideaktion seien ein Verstoß dagegen.Das mag richtig sein.
Das Gebiet zwischen Bergen und der ehemaligen Grenze unterliegt dem Naturschutz und einer EUVogelschutzrichtlinie.
Danach hätten die Bäume wohl nur mit Einverständnis der Naturschutzbehörde gefällt werden dürfen.

Die hat sich auf die Beschwerde aus Bergen hin den Fall auch angesehen und versichert, dafür sorgen zu wollen, dass kein weiterer Baum Schaden nimmt. Danach hat Mellies nichts wieder aus dem Kreishaus gehört.

Die Reaktionen der verbandlichen Naturschützer fielen anders aus, als der Bergener sie erwartet hatte. Anstatt seine Beschwerden zu unterstützen, raten sie zur Gelassenheit.
Alte Bäume würden nun mal ab und zu gefällt, auch in Naturschutzgebieten,
heißt es auf ihrer Seite. Sicher, dafür hätte es einer Genehmigung durch die Naturschutzbehörde bedurft.

Andererseits seien die Pappeln für die Natur in dem Gebiet auch nicht so wertvoll,
dass sich große Aufregung lohnen würde, heißt es sowohl beim Nabu als auch beim BUND.
Selbst der Umstand, dass die Bäume erst einige Tage nach dem Zulässigkeitstermin am 28. Februar
niedergebracht wurden, regt die Naturschützer nicht auf.

Die Beschneidung der Hecken sehen sie ebenfalls gelassener als Anwohner Mellies.
Es stimmt, dass die Büsche am Wege sehr ruppig, nämlich mit Maschinen, zurückgeschnitten wurden, meint Petra Bernardy von der Ökologischen Station in Bergen, die das gesamte Gebiet betreut.
Aber der Rückschnitt selbst sei nicht zu beanstanden. Streiten könne man darüber,
ob er nicht sanfter möglich gewesen wäre. Eckart Krüger vom BUND hält den Rückschnitt sogar für notwendig.

Der Weg sei kaum noch benutzbar gewesen.Die Untere Naturschutzbehörde wurde am 5. März eingeschaltet. Obwohl sie sich der Beschwerde sofort annahm, will sie öffentlich auch Wochen danach keine Auskunft geben.
Dem Fachdienst ist jede öffentliche Auskunft untersagt. Er verweist an den Pressesprecher der Kreisverwaltung, David Leu. Der wehrt Nachfragen mit Hinweis auf ein laufendes Verfahren ab.